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Achtsamkeit durch Erkältung

Wie mir mein erkältetes Kind dabei geholfen hat zu entschleunigen

Es gibt immer so viel zu tun. Irgendwie habe ich nie das Gefühl, dass ich genug gemacht habe. Auf meiner imaginären To Do Liste stehen noch 5 Bücher, die ich lesen will, neue Spiele, die ich mit meinem Sohn ausprobieren könnte, etliche Sportkurse, die ich wöchentlich besuchen sollte, neue Blogeinträge, die ich verfassen möchte, diverse administrative Tätigkeit, die ich noch erledigen muss und sowie so Wäsche waschen, Spülmaschine ausräumen, Lebensmittel einkaufen und einen Spaziergang an die frische Luft stehen auch immer an.

 

So kam es letzte Woche, dass alles dann ganz anders kam: Mein Sohn hatte eine Erkältung mit hohem Fieber, außerdem machten ihm die Zähne zu schaffen (6,5 sollten noch kommen, dann haben wir es fürs Erste geschafft). Er war ganz schlapp und wollte ganz in meiner Nähe sein, was ich von meinem quirligen und sehr aktiven kleinen Mann gar nicht gewohnt bin. Zuerst ist er beim Spielen mit den Stapelbecher auf meinem Schoss eingeschlafen, dann beim Vorlesen auf der Coach auf meinem Bauch und weil er mit seinen zarten 15 kg nun doch etwas schwer ist, um den ganzen Tag zu tragen, habe ich die Babytrage aus dem Keller geholt und ihn so ganz nah an mir getragen, was ihm sehr zu gefallen schien.  

 

An den drei Tagen, als es ihm nicht gut ging, wollte er auch nicht alleine schlafen. Er ist zwar sowohl für sein Nachmittagsschläfchen als auch beim abendlichen Zubettgehen in seinem Bettchen eingeschlafen (natürlich nur mit Händchen halten), aber kurze Zeit nachdem ich aus dem Zimmer war, hat er nach mir gerufen. Das Hin und Her habe ich ein paar Mal mitgemacht und dann habe mich einfach zu meinem kranken Sohn dazugelegt und sein Händchen gehalten und darauf hin hat er tief und fest geschlafen. Noch besser hat er scheinbar geschlafen, wenn er in meinem Arm oder auf mir drauf schlafen konnte. Ich brauche jetzt nicht zu erwähnen, dass ich so natürlich nichts von meiner To Do Liste erledigen konnte, was mich kurz genervt hatte, aber dann habe ich mich einfach darüber gefreut, dass meine bloße Anwesenheit meinem Kind so viel Geborgenheit und Sicherheit gibt, dass es das Fieber und die Erkältung besser erträgt: das ist doch einfach magisch! Also habe ich die nächsten Tage und Nächte zum großen Teil damit verbracht als Matratze und Träger meinem Sohn die Nähe und Geborgenheit zu geben, die er brauchte. Ich habe ganz viel Zeit damit verbracht meinem kleinen Wunder beim Schlafen zuzuschauen. Dabei lies es sich sehr gut meditieren und wahrscheinlich den etwas schlafreduzierten Nächten zu verdanken auch traumhaft mitschlummern! Und ganz ehrlich: die paar Tage Entschleunigung haben mir sehr gut getan!

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Kommentare: 1
  • #1

    Mai (Donnerstag, 25 Januar 2018 02:14)

    Das liest sich doch ganz wunderbar! Das hat dein kleines Wunder echt gut gemacht *grins* Und du bist auch toll mitgegangen! Schön, dass du dich drauf einlassen könntest, liebe Daphné �