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Tag 2 der Herausforderung: Meditation mit Kind

Meditation zwischen Kuscheltieren, Spielen und Schlafen

Als ich heute Morgen um 5:45 mit viel Geschrei geweckt wurde, dachte ich nur „Ahhh, ich will schlafen!“, aber leider ließ sich mein Sohn weder durch meine Stimme noch dadurch, dass ich ihn zu mir ins Bett geholt habe, besänftigen. Somit war klar, dass die ersten Stunden des Tages für mich hart sein werden. Hatte ich schon erwähnt, dass ich eine Nachteule bin und mein normaler Biorhythmus mich erst gegen 9:30 morgens weckt? Das hat sich leider auch in den letzen Monaten nicht geändert, obwohl ich, dank meinem Sohn, seit seiner Geburt täglich lange vor 9:30 aufstehe.

 

Ich wollte gerade genervt sein, weil ich es nicht geschafft hatte, meinen Sohn wieder zum Schlafen zu bekommen, als mir einfiel, dass ich mir doch eigentlich vorgenommen hatte, mich in Achtsamkeit zu üben. Na klasse, da hatte ich ja eine tolle Gelegenheit und super viel Zeit dies gleich morgens früh zu tun! Und während ich in den üblichen Morgenritualen wie Windel wechseln, waschen, anziehen, etc. versank, musste ich immer wieder daran denken, was für eine wunderbare Zeit das doch ist und das ich die Möglichkeit habe, meinen Sohn in seiner Entwicklung so eng zu begleiten und zu beobachten – was sein Vater auf Grund seines Berufs fast nur an den Wochenenden tun kann. Das habe ich dann auch gleich mit zwei lieben Freundinnen per WhatsApp geteilt. Die beiden waren gestern bei uns zu Besuch und deshalb wusste ich, dass ihnen die aktuelle Schlafrhythmen ihrer Söhne auch schwer zu schaffen machen.

 

Damit ich gar nicht auf die Idee kommen konnte, darüber nachzudenken, wie müde ich immer noch war, habe ich gegen 8:30 den Kinderwagen in Richtung Exotenwald geschoben. Die frische Luft, das saftige Grün der Bäume und Sträucher und das fröhliche Gebabbel meines Sohns haben mich für meinen Ausflug belohnt. Danach noch kurz zum Spielplatz, dann nach Hause Mittagessen kochen bevor es Zeit wurde für den Mittagsschlaf (auf den ich mich ja eigentlich schon seit 5:45 gefreut hatte). Es kam wie es kommen musste, mein Sohn ist rasch eingeschlafen und ich war hellwach. Normalerweise hätte ich irgendeine Hausarbeit erledigt oder mich vor den Laptop gesetzt, aber heute habe ich mich ins Bett gesetzt und meditiert. OK, ich weiß nicht, ob es 5 oder 30 Minuten waren, aber es war so beruhigend und entspannend meinen Atem zu beobachten, dass ich mich dafür entschieden habe, mich noch etwas aufs Bett zu legen, Shavasana nach der Meditation sozusagen. Spätestens dabei bin ich eingeschlafen und erst wieder aufgewacht, als mein Sohn seinen Mittagsschlaf beendet hatte. Danach haben wir mit seinen Kuscheltieren gespielt und zusammen etwas Yoga geübt.

 

Den ganzen Nachmittag über war ich so entspannt und stolz auf mich, dass ich es heute geschafft hatte zu meditieren, wo ich es doch die letzten 14 Monate nie gemacht habe (zumindest nie selbstständig, nur in Yogakursen oder Workshops).

 

Und? Es war total einfach und hat ein Supergefühl hinterlassen. Werde ich es wieder machen? Ich glaube schon!