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Tag 1 der Herausforderung: Meditation mit Kind

Mindfulness auf dem Spielplatz

Kann man meditieren, wenn man Kinder hat? „Natürlich, warum auch nicht“ hätte ich  noch vor ca. 14 Monaten geantwortet. In der Schwangerschaft habe ich schließlich auch täglich meditiert. Meistens übrigens mit der App headspace, die auch eine Serie speziell für die Schwangerschaft anbietet.

 

Ja, und wer hätte es gedacht? (Wahrscheinlich jeder außer mir!) Mit der Geburt meines Sohnes hat sich alles verändert! Frau muss ihre Prioritäten neu setzen:

  • ein Buch lesen oder schlafen? Schlafen!
  • aufräumen oder essen? Essen!
  • eine Freundin anrufen oder schlafen? Kurz eine WhatsApp an die Freundin schreiben und dann schlafen!
  • die Lieblingsserie anschauen oder schlafen? Serie anschauen und nach 10 min dabei erschöpft auf dem Sofa einschlafen!
  • zum Frisör gehen oder schlafen? Schlafen!
  • zur Maniküre gehen oder essen: Essen!
  • meditieren oder schlafen: Schlafen!

Als ich 2011 in Thailand in einem buddhistischen Kloster war, um zu meditieren, hatte einer der Mönche darüber gesprochen, wie man „Mindfulness“, sprich Achtsamkeit, in praktisch jede Tätigkeit im täglichen Leben integrieren könne und dadurch sozusagen eine bewegte Meditation durchführe.

 

Gestern Nacht hat mein Sohn sehr unruhig geschlafen und oft geweint, wahrscheinlich bekommt er wieder neue Zähne. Irgendwo zwischen hundemüde und total übermüdet, habe ich dann beschlossen mir die weisen Worte des thailändischen Mönchs zu Herzen zu nehmen und ab sofort Achtsamkeit/Meditation in meinen Tag integrieren werde.

 

Als ich das Frühstück vorbereiten wollte, hat mein süßer Sohn dann heute Morgen gleich eine Schüssel, die ich ihm gegeben habe, damit er mir „helfen“ kann als Trittbrett umfunktioniert und wollte so auf die Küchenanrichte klettern. Mit ähnlichen Experimenten ging es dann gleich weiter, so dass ich kurz nach 8 Uhr entschieden habe, dass wir im Wald Joggen gehen. Das war herrlich! Und während ich den Babyjogger vor mich her schob und zwischendurch meinen Sohn mit „schau mal hier ist noch ein Wauwau“ bei Laune gehalten habe, habe ich versucht den Augenblick zu genießen und mich darüber zu freuen.

 

Nach guten 45 Minuten sind wir dann zum Spielplatz gejoggt, wo ich mich schon darauf gefreut habe, etwas in der Sonne zu faulenzen, während mein Sohn gespannt den anderen Kindern zuschaut und im Sand spielt. Tja, war leider nichts! Wir waren die einzigen auf dem Spielplatz. Ich wollte mich gerade darüber aufregen, da ich befürchtet habe, dass ich gleich wieder ein „Bespassungsprogramm“ durchführen müsste, aber dann auf wundersame Weise hat sich mein Sohn einfach in den Sand gesetzt und angefangen mit seinen Spielsachen zu spielen. Ich war so dankbar darüber und habe dann erst angefangen zu sehen, wie perfekt das alles war: die Sonne, das Licht, das sanfte Plätschern der Fontänen aus dem nahegelegenen Teich, das satte Grün der Bäume und mitten darunter mein zufriedener Sohn im Sand! So stand ich da eine ganze Weile und habe das alles beobachtet und auf mich wirken lassen und gleichzeitig ganz tief und ruhig dabei geatmet.

 

JA, ich habe es geschafft einige Minuten ganz im Moment zu sein, Achtsamkeit zu üben und es hat sich so toll angefühlt.